| 1945 bis 1982

| Vor 1868
| 1868 - 1883
| 1884 - 1897
| 1898 - 1912
| 1913 - 1921
| 1922 - 1934
| 1945 - 1982
| 1983
| 1985 - 1993
| 1994 - 2004
| 2005 - 2006
| Besetzung der Amerikanischen Kampftruppen

Am 11. April 1945 war die Stadt kampflos an die Amerikanischen Kampftruppen durch Oberbürgermeister Dietz übergeben wurden. Auf Anordnung des amerikanischen Stadtkommandanten wurde eine 24 Mann starke Wache im Feuerwehrdepot eingerichtet, welche sich "Fire-Police" nannte.
Diese sollte an der Eisenbahnstrecke Weimar - Großheringen Kontrollen durchführen. Sie war in 3 Schichten eingeteilt, so dass mit den vier, im Feuerwehrdepot wohnenden Feuerwehrmännern, eine vollzählige Einsatzgruppe vorhanden war. Weitere Einsatzkräfte konnten über die Alarmschleifen alarmiert werden. Die Auslösung des Alarmes erfolgte in der Polizeiwache.



| Besetzung der Roten Armee

Die Besetzung der Roten Armee erfolgte am 1. Juli 1945. Durch den Befehl Nummer 10 des Kontrollrates der sowjetischen Militäradministration wurde festgelegt, dass alle militärischen Organisationen aufgelöst werden sollten. So musste auch die Feuerlöschpolizei Apolda aufgelöst werden.
Die Meldung zur Soll- und Iststärke am 5. September: 1 Wehrführer, 4 Zugführer, 8 Gruppenführer davon ein Obermaschinist, 64 Wehrmänner davon 8 Maschinisten.

Für die Angehörigen einer Feuerwehr gilt die Verordnung des Präsidenten des Landes Thüringen vom 23.07.1945, über die Rangordnung der Verwaltung von Nazielementen.
Die Feuerwehrhelferinnen wurden sofort entlassen, die Korps wurden mit der männlichen Jugend ab 16 Jahren aufgefüllt. Die alten Uniformen wurden weiter getragen mit einer Armbinde mit der Aufschrift "Feuerwehr".
Der Thüringer Feuerwehrverband sollte neu gegründet werden, Mitgliedsbeiträge sind zu erheben und Referenten sollten zur Verfügung gestellt werden. Gegenüber der russischen Besatzungsbehörde bestand Grußpflicht.
Folgende Dienstgradbezeichnungen hatte die Freiwillige Feuerwehr:
Stadtbranddirektor (Kreiswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr als feuerwehrtechnischer Aufsichtsbeamter des Oberbürgermeisters), der Kreisbranddirektor (wie Stadtbrandinspektor), der Bezirksbrandmeister des Unterkreises 1 der Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis) und der Hauptbrandmeister.
In einer Mitgliederversammlung am 25. Oktober 1945 wurde den Kameraden der Feuerwehr mitgeteilt, dass der Kreiswehrführer Franke von seinen Aufgaben entbunden und Kamerad Erich Premsler zum Stadtbranddirektor berufen wurde. Die Übergabe erfolgte am 31. Oktober, als Stellvertreter wurde Brandmeister Ehrhardt berufen.

Der Freiwilligen Feuerwehr standen ein Löschfahrzeug 25 der Fa. Benz Baujahr 1942, ein Löschfahrzeug 15 der Fa. Opel Baujahr 1944, Löschfahrzeug 8 der Fa. Mercedes Benz Baujahr 1940. Das 1922 beschaffte Löschfahrzeug und die Drehleiter waren voll einsatzbereit außerdem waren noch 3 Tragkraftspritzen vorhanden.

Bei den Ferneinsätzen gab es glücklicherweise nur Verletzte. Auf der Rückfahrt vom Einsatz in Nordhausen im April 1945 wurde das Löschfahrzeug 25, das Löschfahrzeug 15 der Fa. Total und der LKW der Stadtverwaltung bei einem Tieffliegerangriff am Bahnhof Etzleben beschädigt.



| Nach 1945

Nach 1945 wurde der Freiwilligen Feuerwehr die große Aufgabe gestellt, Brände zu verhüten um Volkseigentum zu erhalten und zu verstärken. Es entstanden noch sehr viele Brände, die mit großen Schwierigkeiten gelöscht werden mussten: Da Mangel an Kraftstoffen herrschte, die Löschfahrzeuge durch Kriegseinwirkung teilweise beschädigt waren, es gab keine Reifen und vieles andere mehr. In der ersten Zeit fuhr die Wehr zu kleineren Bränden mit Trupps, die den Hydrantenwagen mit der Hand schoben. Mit großen Umwegen wurden die so dringend benötigten Reifen beschafft. Uniformen wurden zusammen gestoppelt, die Feuerwehr wuchs wieder und trat mehr ins öffentliche Leben. Allerdings manchmal auch auf die Art, dass sie mit dem Löschfahrzeug plus Anhänger in die Kohlengrube fuhren und Kohlen für die Kinderheime und Krankenhäuser holten. Durch die tatkräftige Unterstützung der Sowjetarmee wurde mehr und mehr das gesamte Feuerlöschwesen in der Stadt Apolda wieder aufgebaut.
Am 1. Januar 1946 wurde die Landesregierung Thüringer Bildung des Landesbrandschutzamtes (LBA) gegründet. Mit dieser Bildung wurde die dezentrale gemeindliche Feuerwehr angestrebt, die es bereits vor 1943 gab. Das LBA hatte vor allem technische Fragen zu entscheiden. Apolda gehörte zur Inspektion Erfurt und hatte eine Wehr mit 8 hauptamtlichen und 75 freiwilligen Kräften zu bilden.

Im Sommer zur Einweihung der "Landesfeuerwehrschule Thüringen" im Schloss Reinhardtsbrunn waren auch die Apoldaer Kameraden mit dem Löschfahrzeug 15 Benz und der mechanischen Drehleiter dabei.

Am 28. August, einem Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr fand eine Schauübung der "Freiwilligen Feuerwehr Apolda" im Gebäude der ehemaligen Rheinmetall-Werke statt, um der Bevölkerung zu zeigen, dass sie ständig für den Ernstfall gerüstet sind. Stadtbrandinspektor Premsler gab den Zuschauern bekannt, wie sich die Feuerwehr im Notfall verhalten würde. Währenddessen wurde den Gästen das bisher noch nicht gezeigte Rettungsmittel "Rutschtuch" vorgeführt. Vor dieser Übung gab es eine Vorführung und Schulübung an den Geräten im Beisein des Landesbrandinspektors Heinze, Oberbürgermeisters Berger und Polizeidirektor Römer. Das einzige Manko war die Klingelanlage. Sie klingelt im Alarmfall noch nicht alle Männer aus dem Bett, weil manche Anschlüsse, mangels Material noch nicht verlegt werden konnten.

Eine Bekanntmachung erfolgte am 11. Oktober 1946 durch den Oberbürgermeisters der Stadt Apolda:
"Es wird darauf hingewiesen, das die früheren Luftschutzsirenen in den Dienst der Feuerwehr gestellt sind. Bei Feueralarm wird ein 1 Minute anhaltender Dauerton ausgelöst."

Folgende Auszeichnungen wurden im Kalenderjahr vergeben:
Hauptbrandmeister Paul Ehrhardt für 46 Jahre Dienstzeit, Oberfeuerwehrmann Paul Lange für 25 Jahre Dienstzeit, Oberfeuerwehrmann Karl Reime für 25 Jahre Dienstzeit, Wehrmann Alfred Kieser für 25 Jahre Dienstzeit, für 20 Jahre Dienstzeit der Brandmeister Max Hoppe, der Löschmeister Walter Poser, der Oberfeuermann Willi Liebeskind und der Löschmeister Walter Premsler.

Am 4. November 1947 wurde vom Thüringer Landtag zu dem "Gesetz über das Feuerlöschwesen und den Katastrophenschutz" getagt. Dabei wurde beschlossen, dass der Stadtkreis Apolda eine Berufsfeuerwehr (ständige Brandschutzwache) zu errichten und zu erhalten hatte.
Als Leiter der Kommandostelle Apolda des Brandschutzamtes Weimar wurde der Oberbrandmeister Veit eingesetzt.

Die Bilanz des Jahres 1947 der Freiwilligen Feuerwehr Apolda:
352 Alarmierungen und 9.614 Gesamteinsatzstunden zur Bekämpfung von 3 Großbränden (Überlandfeuer), 4 Mittelbränden, 76 Kleinbränden, 54 Hilfeleistungen, dabei waren 1.032 Mann mit insgesamt 3.176 Stunden eingesetzt. Sicherheitswachen wurden im Theater, Kino und in anderen öffentlichen Einrichtungen gestellt und von 645 Wachen mit insgesamt 1.935 Stunden geleistet. Dabei wurden 2.780 Meter B- und 1.435 Meter C-Schlauchleitungen gelegt. Erfreulicher Weise waren bei diesen Einsätzen Unglücksfälle der Feuerwehrmänner nicht zu verzeichnen. Dem Stadtkreis Apolda standen eine Berufsfeuerwehr mit 8 Mann, 2 Freiwillige Feuerwehren mit zusammen 51 Mann und 4 Werksfeuerwehren mit 52 Mann zur Verfügung.

1948 wurde das Feuerlöschgesetz neu beschlossen. Das gesamte Feuerlöschwesen wurde dem Innenministerium unterstellt. Das LBA überwachte nun alle Einrichtungen und Maßnahmen des Feuerlöschwesens. In den Stadt- und Landkreisen wurden Brandschutzämter gebildet. Vom Rat der Stadt mussten alle Fahrzeuge und Liegenschaften an das Brandschutzamt Weimar übergeben werden. Die Berufswache wurde auf 27 Kameraden erhöht. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mussten die Wohnungen im Feuerwehrdepot räumen. Im Jahr 1948 vollzogen sich folgende Führungswechsel: zuerst wurde Paul Donnerstag zum Kreiswehrführer ernannt, dann folgte Fritz Görmar und danach Günther Körbs.

Im August 1949 wurde mit der "Verordnung über das Brandschutzwesen in den Ländern der Sowjetischen Besatzungszone" eine weitere Veränderung eingeleitet. Die Ersatzteilfrage wurde von den Feuerwehren zur entscheidenden Frage für die weitere Einsatzbereitschaft. In der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone gab es zwar Feuerwehrfahrzeughersteller aber keine Fahrgestelle für die neuen Fahrzeuge. Die Bemühungen von Landesbranddirektor Schirmer, Fahrgestelle von der Fa. Mercedes-Benz zu erhalten, blieben ohne Ergebnisse.
Mit Übergang zur Zentralverwaltungswirtschaft in der ehemaligen DDR wurde die Berufsfeuerwehr Apolda als Dienstzweig Feuerwehr in die deutsche Volkspolizei übernommen. Durch diesen Dienstzweig wurden alle freiwilligen Feuerwehren angeleitet und materiell-technisch versorgt. Die 1. Brandschutzwoche wurde durchgeführt. Sie war ein Erfolg und immer mehr Menschen begriffen das Hauptanliegen der Feuerwehr. Im Jahr 1950 wurde Alfred Thielemann zum Kreiswehrführer der Stadt Apolda.
Ab Anfang der 50er Jahre wurden im Stadtgebiet die älteren Feuermelder gegen neue aus der DDR-Produktion ausgetauscht, sowie an neuen Standorten weitere installiert.

Am 26. Juni des Jahres 1953 wütete ein Unwetter über Apolda, 20 Hektar der unteren Stadt wurden überschwemmt. An zahlreichen Stellen stauten sich die Wassermassen an den Hauswänden bis zu einer Höhe von 2 Metern. Alle Angehörigen der Feuerwehren waren mit allen Fahrzeugen im Einsatz. Die Feuerwehren von Niedertrebra, Obertrebra und Wickerstedt halfen mit. Insgesamt 16 Wehren waren im Einsatz und pumpten mühevoll tagelang Keller leer. Mit der administrativen Anleitung der Freiwilligen Feuerwehr durch die Abteilung Feuerwehr ging die Mitgliederzahl immer mehr zurück.

Ein Brand brach im Gebäude der Ziegelei "Tilgner" im Faulborn am 27. November 1953 aus. Die Ziegelei war ein Fachwerkgebäude, in dem sogenannte Nasspresssteine hergestellt wurden. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte das Gebäude in voller Ausdehnung. Die Nasspresssteine waren eine Mischung aus Torf, Rohbraunkohle und Kohlengrus, die nass gepresst und auf Lattenrosten getrocknet wurden. Diese hatten sich an den Flammen der zusätzlich aufgestellten offenen Öfen entzündet. Der Einsatz der Feuerwehr wurde erschwert, da der Wasserdruck für die große Wassermenge die gebraucht wurde, einfach nicht ausreichte. Alle Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz und es dauerte 20 Minuten bis der Druck im Rohrnetz verstärkt werden konnte. Am Ende brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder und es entstand ein Sachschaden in Höhe von 150.000,00 Mark (38.346,89 Euro).

Erst mit dem Gesetz "Zum Schutze vor Brandgefahren" im Januar 1956 wurde die Feuerwehr neu organisiert. Die Verantwortung wurde den Gemeinden übertragen. Damit waren die Bürgermeister für ihre Freiwilligen Feuerwehren zuständig. Die materiell-technische Versorgung blieb zentral, dafür war der Kreisbrandschutzbeauftragte beim Rat des Kreises zuständig.



| Die Auflösung der Berufsfeuerwehr

Im Mai 1958 erfolgte die Übergabe der Löschfahrzeuge 25 und des Löschfahrzeuges 8 Typ Granit K27 zur ständigen Nutzung durch Bürgermeister Koch. Löschmeister Egon Reime wurde kommissarisch zum Leiter der "Freiwilligen Feuerwehr Apolda" berufen. Es wurde somit die Berufsfeuerwehr aufgelöst. Im Statut der Freiwillige Feuerwehr waren 1959 die Rechte und Pflichten sowie die Befugnisse der Angehörigen der örtlichen und betrieblichen Freiwilligen Feuerwehr festgelegt. Auch eine neue Bekleidungsvorschrift wurde erlassen. Bis zum Jahr 1963 wurden die Kameraden durch die Lehrgangsteilnehmer des Ausbildungskommandos unterstützt. In den Jahren 1964, 1966 und 1967 wurde das Kollektiv der Freiwilligen Feuerwehr mit der "Aufbaunadel" in Gold ausgezeichnet. 1966 erhielten sie die "Ehrennadel der Nationalen Front". Auch die sportliche Ausbildung der Kameraden wurde nicht vernachlässigt. Von Beginn an nahmen sie aktiv am Feuerwehrkampfsport teil. Belohnung für diese anstrengende Arbeit waren 1963, 1964 und 1965 der Titel als Kreismeister im Feuerwehrkampfsport. 1965 wurden sie Pokalsieger. Noch im gleichen Jahr zeichnete man die Wehr als Gewinner des Wanderpokals der "Deutschen Versicherungsanstalt" aus und sie erhielten den Titel des "Kreismeister und Pokalsieger" auf der 100m Bahn durch den Kameraden Dieter Seels.

Nach Auflösung des Ausbildungskommandos und immer häufigerer Störungen kam auch 1964 das Ende für die Apoldaer Feuermeldeanlage. Die Feuermeldungen waren nur noch über Telefon Notruf 112 möglich und die Alarmierung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte ausschließlich über das Sirenennetz der Deutschen Post, welches von nun an ausgebaut werden sollte.



| Das 100-jährige Bestehen

Vom 2. bis 6. Mai 1968 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 100-jähriges Bestehen. Die Feuerwehrkameraden aus der französischen Partnerstadt Seclin waren Gäste dieses großen Festes. Aus diesem Anlass erhielt das Kollektiv der Freiwilligen Feuerwehr die "Verdienstmedaille im Brandschutz". Egon Reime, Hans Joachim Arnold und Günther Fleßner erhielten eine Auszeichnung als "Aktivisten der sozialistischen Arbeit". Horst Kästner erhielt die Medaille "Für treue Dienste in der Freiwilligen Feuerwehr" in Silber.
Rolf-Dieter Hüttenrauch und Wolfgang Lutze erhielten dieselbige Medaille in Bronze. Wolfgang Lutze bekam eine Beförderung als Unterbrandmeister. Heinz Berger und Dieter Haase wurden zum Löschmeister befördert.
Hauptfeuermeister wurden Heinz Behrenbruch, Werner Putze, Erwin Hall und Rolf-Dieter Hüttenrauch. Als Oberfeuerwehrmann ernannte man Karin Stach, Renate Glöckner, Rainer Trysch und Roland Thamm. Die Beförderung als Feuerwehrmann bekamen W. Remt und B. Schenk.
1970 wurden die Kameraden erstmalig mit Funkmeldeempfängern ausgestattet.

Im Januar 1972 brach ein Feuer in den Produktionsräumen eines Strickereibetriebes in der Goethestraße aus. Dort brannten größere Mengen an Wollpryla, Polyester und Polyamid. Die im Gebäude vorhandenen 4 Wohnungen waren ebenfalls vom Brand erfasst. Dabei musste eine Mutter mit ihren beiden Kindern aus einer lebensbedrohlichen Lage gerettet werden. Brandmeister Walter Körbs fiel bei diesem Brand vom Dach und verletzte sich schwer.

Ein weiterer Brand ereignete sich im Mai desselben Jahres. Es brannten 4 Lagerhallen im größten chemischen Betrieb Apolda "Laborchemie". Nur unter größten Anstrengungen konnte die 5. Lagerhalle gehalten werden. Einen Tag nach dem Brand starb der Kamerad Görmar an einer Vergiftung (laut Arzt).

Am 09.12.1981 brannte das "VEB Astrima" am Heidenberg. Im Anschluß ein Zeitungsartikel über diesen Brand:

"Leichtsinn kann schlimme Folgen haben
Das zeigte der Brand im Objekt des VEB Astrima am Heidenberg in Apolda

Wie bereits berichtet, kam es im VEB Astrima Apolda, Werk Heidenberg, zu einem Brand mit erheblichen Sachschaden. Der Brand entstand: In einem Raum, in welchem Textilabfälle lagerten. In Mitleidenschaft wurde auch das Produktionsgebäude dieses Betriebes gezogen, in dem der gesamte Dachstuhl den Flammen zum Opfer fiel. Die große Ausbreitung des Feuers war möglich, weil der Brand in seiner Entstehungsphase nicht bemerkt worden war. Unmitttelbar an den Heizungsrohren gelagerte Stoffabfälle führten die Entstehung des Feuers herbei. Es kam dadurch zum Wärmestau und in dessen Folge zur Entzündung der Textilien.
Im Ergebnis der Untersuchungen zur Brandentstehung wurden auch noch begünstigende Bedingungen ermittelt. Die Arbeitsordnung entsprach nicht dem neuesten Stand. Die Abstände zu Heizungsanlagen wurden nicht eingehalten. Es erfolgte auch keine getrennte Lagerung der Abfälle entsprechend der TGL Nr. 30 382/02. Es ist, um Brände in dem Produktionsbereich Textilwaren zu verhindern, notwendig, daß durch alle verantwortlichen Leiter Maßnahmen eingeleitet werden, die ein brandschutzgerechtes Verhalten zu jeder Zeit garantieren. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, daß brennbare Gegenstände nicht auf, an oder über Feuerstätten und Heizungsrohren lagern. Es gilt weiterhin Obacht zu geben, daß sich auf Nachtspeicheröfen keine Gegenstände befinden und der seitliche Abstand den Festlegungen entsprechend eingehalten wird. Aber auch die Leiter von Betrieben anderer Produktionszweige sind angehalten, auf die Durchsetzung der Brandschutzanordnungen einzuwirken, um so Brände in Produktionsstätten verhindern zu helfen. In Anbetracht des bevorstehenen Jahreswechsels sei bereits auf Brandgefahren beim Umgang mit Feuerwerkskörpern in Wohnungen und Gebäuden hingewiesen. Mehr darüber in einer unserer nächsten Ausgaben.
VK Werner Bartels

Desweiteren brannte am 29. Dezember 1981 in der Dornsgasse ein Wohnhaus. Nachfolgend eine Bericht aus dem NBI (Neue Berliner Illustrierte):

"Schreck in der Dezembernacht

Am frühen Morgen des 29. Dezember 1981 hörte Heiko L., ein junger Schichtarbeiter, der sich gerade seine Frühstücksbrote zubereiten wollte, ein merkwürdiges Knistern und Prasseln. Er öffnete das Fenster und sah brennende Schindeln vom Dach fliegen. Feuer! Geistesgegenwärtig klingelte der junge Mann sofort alle Nachbarn aus dem Schlaf und lief hinüber zum 300 Meter weit entfernten Volkspolizeikreisamt. Um 4.05 Uhr löste der Diensthabende dort die Alarmsirene aus. Um 4.10 Uhr erreichte das erste Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr die Dornsgasse, wo der Dachstuhl des Wohnhauses bereits in hellen Flammen stand. Wasserkanonen mußten eingesetzt werden. Freiwillige Feuerwehren aus der Umgebung trafen zur Unterstützung ein. Die sechzehn Bewohner des im Zentrum der Stadt gelegenen Hauses - aus dem Schlaf gerissen und zum Teil nur notdürftig bekleidet - standen fassungslos auf der Straße vor ihrem brennenden Haus.
Fünf Uhr: Im Rathaus von Apolda begannen Beratungen über die sofortige Hilfe für die betroffenen Familien. Vertreter der SED-Kreisleitung, des Rates des Kreises und der Stadt Apolda veranlaßten, daß die betroffenen Hausbewohner versorgt und vor allem die älteren Bürger medizinisch betreut wurden.
Rolf Stecher, stellvertretender Bürgermeister und im Rathaus verantwortlich für das Wohnungswesen, koordinierte fortan alle Maßnahmen. Schon die erste Nacht nach dem Unglück konnten die Betroffenen in neuen Wohnungen verbringen, Möbel und Hausrat waren weitgehend gerettet und in rasch organisierten Lkw in die Ausweichquartiere transportiert worden. Kaum zu glauben: die Experten ermittelten als Ursache des Brandes, daß wieder einmal entgegen allen Verboten Eimer mit glühender Asche auf dem Boden des Hauses gelagert worden waren."

 



1983 TOA Brand


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