| 1898 bis 1912

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| 1898 - 1912
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| 1983
| 1985 - 1993
| 1994 - 2004
| 2005 - 2006

Die Freiwillige Feuerwehr wurde Nutzer ihrer Feuerlöschgeräte und die Stadtgemeinde verpflichtete sich die Kosten zu tragen. Als Bezirksbrandmeister des Amtsbezirkes wurde Gustav Müller am 1. September desselben Jahres ernannt. Dadurch wurde der Bäckermeister Arno Dornheim zum neuen Kommandanten gewählt und durch den Bürgermeister Dr. v. Fewson zum Ortsbrandmeister berufen. Eine neue Garnitur Uniformröcke wurde 1898 angeschafft.

| Das 30. Stiftungsfest

Im Mai wurde das 30. Stiftungsfest begangen. Um der Jubiläumsfeier eine besondere Würde zu verleihen, leitete der Kommandant Arno Dornheim mit einem dreimaligen Hoch auf die Königliche Hoheit, den Großherzog, die Feier ein. Es wurde dann eine Stammübung des Korps vorgeführt, dem Großherzoglichen Landesbranddirektor Freiherr von und zu Eglostein. Daraufhin spendete man der Mannschaft ein ehrenvolles Lob. Kurz darauf bewegte sich ein stattlicher Festumzug mit 2 Trommlern, dem Musikchor und nahezu 240 Feuerwehrleuten durch verschiedene Stadtviertel. Nach Beendigung des Umzuges wurde vom Schriftführer Schwarz der Jahresabschlussbericht vorgetragen. Und folgende Ehrungen wurden verliehen: Die "Goldene Medaille" für 30 Jahre Dienstzeit an: Karl Eckhard, Karl Drescher, Wilhelm Sattler, Franz Hinweg und Karl Krug. Die "Goldene Schnalle" für 25 Jahre Dienstzeit erhielten: Adolf Köber, Friedrich Drescher und Karl Schneider. Und mit der "Silbernen Schnalle" für 20 Jahre Dienst wurden Karl Hoffmann und Herrmann Meißner ausgezeichnet.

Am 25. Januar 1902 brach ein Brand gegen 20 Uhr in der Kistenfabrik Ungelenk in der oberen Bahnhofstraße 32a aus. Durch einen Wasserrohrbruch in der Dornburger Straße wurden die Löscharbeiten erschwert. Auf dem Platz waren Holzvorräte im Wert von 28.000,00 Reichsmark (1.431,62 Euro) verbrannt. Der Dachstuhl im Ungelenk´schen Wohnhaus und die obere 2. Etage waren vollkommen ausgebrannt. Die Telegraphenleitungen wurden beschädigt, der Mast dagegen nicht. Die umliegenden Ortschaften Herressen, Kleinromstedt, Schöten, Stobra, Sulzbach, Oberndorf, Obertrebra, Rannstedt, Utenbach, Niederroßla, Mattstedt, Eberstedt, Neustedt, Wickerstedt, Nauendorf, Hermstedt, Zottelstedt, Flurstedt, Niedertrebra, Wersdorf, Pfiffelbach, Oßmannstedt, Wormstedt und Isserstedt wurden zusätzlich hinzugerufen. Wobei acht davon mit ihren Spritzen in Tätigkeit traten. Die Brandursache war ein Funkenflug aus der Tischlerwerkstatt der Fabrik, welche die Sägespäne entzündet hatte.

1903 wurde die erste mechanische Leiter mit Pferdebespannung, ca. 20 Meter hoch, angeschafft. Am 24. April hatte das Großherzogliche Staatsministerium beschlossen zu den Kosten von 3.000,00 Reichsmark (153,39 Euro), zur Beschaffung einer mechanischen Auszugsleiter, noch 1.000,00 Reichsmark (51,13 Euro) dazu zu geben, wenn innerhalb von 3 Monaten durch ein Zeugnis des Bezirksbrandmeisters die Anschaffung nachgewiesen wird.
In der Fa. Ruppe & Sohn am Flurstedter Marktweg brach am 2. Juli 1905 ein Brand aus. Zwischen der Tischlerei und dem neuen Betriebsgebäude für den Automobilbau brannte das Obergeschoss des Zwischenbaus. Bei den Löscharbeiten im Obergeschoss wurde durch zusammenbrechendes Gebälk Richard Bräuning am Bein verletzt. Für seinen selbstlosen Einsatz wurde ihm vom Großherzog Wilhelm Ernst das "Ehrenzeichen der Feuerwehr" des Großherzogtums Sachsen-Weimar verliehen.

| Das 40. Stiftungsfest

Die Feier zum 40-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Apolda fand im Juni 1908 statt. Die Einleitung wurde mit einer theaterlichen Aufführung begangen. Am Tag darauf empfing man am Vormittag die auswärtigen Wehren im Restaurant "Zum Anker" in Wickerstedt. Kameraden aus Weimar, Jena, Bad Sulza, Zottelstedt, Mattstedt, Bad Kösen, Naumburg und Erfurt waren anwesend. Ihr Können musste die Wehr bei einer Übung auf dem Turnplatz unter Beweis stellen. Im Spritzenhaus begutachtete man sämtliche Einrichtungen, dann ertönte völlig unerwartet Alarm. Gemeldet wurde ein Brand in der Vereinsbrauerei "Melzerei". Wegen des großen Wertes, der auf dem Spiel stand, rückten alle Wehren aus. Eine frische Brise ließ das Feuer erneut aufflammen. Unter Leitung von Herrn Dornheim gelang der Angriff so vollkommen, dass in frühester Zeit jede Gefahr beseitigt war. Auf dem Boden des Gebäudes entdeckte man zwei Männer, welche sich vor dem entwickelten Qualm in eine Ecke geflüchtet hatten. Die Rettung erfolgte durch das Sprungtuch und den Rettungssack. Danach wurde der Festakt fortgesetzt bei der Herr Dornheim die Begrüßung der umstehenden Personen, besonders der Ehrengäste und Kameraden übernahm. Die Wehr bekam diverse Anerkennungen und Auszeichnungen für gut geleistete Arbeit. Die Stadt Apolda stiftete 500,00 Reichsmark (25,56 Euro). Dabei wurden 400,00 Reichsmark (20,45 Euro) für das Fest eingesetzt und 100,00 Reichsmark (5,11 Euro) für die Unterstützungskasse bereit gestellt. Am Jahresende legte der Bäckermeister Arno Dornheim seine Ämter als Kommandant der "Freiwilligen Feuerwehr Apolda" und als Ortsbrandmeister der Stadt Apolda, wegen Krankheit, nieder. Danach wurde er Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Nachfolger wurde der Schornsteinfegermeister Richard Bräuning, der seit 1896 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war und seit 1899 Schriftführer.

| Der Gründungstag des Spielmannzuges der "Freiwilligen Feuerwehr Apolda"

Am 9. März 1909 war der Gründungstag des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Apolda.
Gleich nach seiner Wahl am 28. März erwarb sich Richard Bräuning große Verdienste um eine bessere Organisation der Freiwilligen Feuerwehr, sowie um die Verbesserung der technischen Ausrüstung. Es wurde eine Verjüngung der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vollzogen, ältere Kameraden wurden passive oder Ehrenmitglieder. Gleichzeitig mit seiner Wahl zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr wurde Richard Bräuning vom Gemeindevorstand und vom Gemeinderat die Stelle des Ortsbrandmeisters übertragen.
Im April wurde ein Frischluftgerät, ein König´scher Rauchhelm, beschafft. 1910 wurde Richard Bräuning vom Bezirksausschuss zum Bezirksbrandmeister für den Feuerlöschbezirk Apolda, Stadt und Land gewählt. Im Juni wurde durch die Stadt eine kleine moderne mechanische Leiter gekauft (Steighöhe 14 Meter). Gleichzeitig mit dem 25-jährigen Bestehen des Spritzenhauses feierte man das 42. Stiftungsfest im September des Jahres 1910. Die Prunkvolle Feierlichkeit begann mit einem Fackelumzug bei dem die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in ihren blitzenden Uniformen von der unteren Bachstraße über den Heidenberg bis hin zum Markt marschierten, von da aus über die Bahnhofstraße in Richtung Darrplatz und zum Bürgerverein. Dort begrüßte Herr Bräuning die Gäste.
Am 14. September 1911 wurde das Gehalt des Ortsbrandmeister von 250,00 Reichsmark (12,78 Euro) auf 300,00 Reichsmark (15,34 Euro) erhöht.

Zum 44. Feuerwehrtag des Thüringer Verbandes im Juni 1912 in Apolda erhielt die Feuerwehr hohe Anerkennung in der Vereins- und Verbandstätigkeit. Die Freiwillige Feuerwehr stellte sich an die Spitze des Landkreises, wenn es um die Brandbekämpfung oder die Verbesserung des Feuerlöschwesens ging.

Am 19.Oktober brach ein Brand in der Klause bei Baumbach aus, am 29. Oktober brannte es in der Jägerstraße bei Püschel und am 27. November ein Keller auf dem Heidenberg bei Menzel.

 
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